Die tunesische Fußballnationalmannschaft ist die Auswahlmannschaft des nordafrikanischen Staates Tunesien und untersteht der Fédération Tunisienne de Football. Tunesien nahm sechsmal an Weltmeisterschaften teil und qualifizierte sich 20 Mal für die Endrunden der Afrikameisterschaft, die 2004 erstmals gewonnen wurden. Im April 2018 erreichte man mit dem Platz 14 in der FIFA-Weltrangliste die bisher beste Position der Verbandsgeschichte.

Geschichte

Zwischen 1928 und 1950 bestritten tunesische Mannschaften mehrere Spiele gegen die französische B-Mannschaft und andere französische Teams. Nach der Unabhängigkeit Tunesiens im Jahr 1956 folgten weitere Spiele, die aber von der FIFA noch nicht anerkannt wurden. Das erste von der FIFA anerkannte Spiel fand am 8. März 1959 gegen Malta statt und endete 0:0.

In der Qualifikation zur Fußball-WM 2006 hatte die Mannschaft des französischen Trainers Roger Lemerre die erste Runde überstanden und traf in Hin- und Rückspielen in der zweiten Runde in Gruppe fünf auf Marokko, Kenia, Guinea, Malawi und Botswana. Trotz eines 2:2 gegen das Team von Marokko am 8. Oktober 2005 schaffte Tunesien den Gruppensieg und fuhr als fünfte afrikanische Mannschaft neben den Teams von Togo, Ghana, der Elfenbeinküste und Angola zur Weltmeisterschaft nach Deutschland. Nach einem Unentschieden gegen Saudi-Arabien (2:2) sowie zwei Niederlagen gegen Spanien (1:3) und die Ukraine (0:1) schied die Mannschaft als Gruppendritter in der Vorrunde aus.

Ab Anfang Juni 2008 wurden die „Adler von Karthago“ vom Portugiesen Humberto Coelho betreut, welcher schon die portugiesische Fußballnationalmannschaft ins Halbfinale der EURO 2000 führte, wo er auf seinen Vorgänger und damaligen Trainer der Französischen Fußballnationalmannschaft Roger Lemerre traf. Er erhielt einen Dreijahresvertrag. Nach dem Scheitern in der Qualifikation zur WM 2010 trennten sich beide Parteien allerdings wieder. In den folgenden vier Jahren gab es vier verschiedene Trainer, bevor der Niederländer Ruud Krol im September 2013 das Amt übernahm. Nur ein Jahr später endete seine Zeit in Tunesien und von März 2014 bis Juni 2015 betreute der Belgier Georges Leekens die Mannschaft.

In der Qualifikation zur Fußball-WM 2018 setzte man sich in der 2. Runde gegen Mauretanien durch und spielte in der 3. Runde gegen den Kongo, Libyen und Guinea. In dieser Runde qualifizierte man sich mit vier Siegen und zwei Unentschieden als Gruppenerster direkt für die WM-Endrunde. Bei der WM-Endrunde spielte man in der WM-Gruppe G gegen die Teams aus Belgien, Panama und England, nachdem man bei der WM-Auslosung aus Topf 3 zugelost wurde.

Kader

Für den Kader bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022, siehe:

Turniere

Olympische Spiele

Weltmeisterschaft

Tunesien nahm erstmals an der Qualifikation zur WM 1962 teil, scheiterte aber bei den ersten beiden Teilnahmen jeweils durch Losentscheid an Marokko. Erst für die WM 1978 und danach wieder 1998, 2002 und 2006 sowie 2018 und 2022 konnte sich Tunesien für die Endrunde qualifizieren, scheiterte aber immer in der Vorrunde.

Afrikameisterschaft

Afrikanische Nationenmeisterschaft

  • 2009: nicht qualifiziert (es nahm die Olympiamannschaft an der Qualifikation teil)
  • 2011: Nationenmeister
  • 2014: nicht qualifiziert
  • 2016: Viertelfinale
  • 2018: nicht teilgenommen
  • 2021: nicht qualifiziert
  • 2023: nicht teilgenommen
  • 2025: zurückgezogen

Titel

  • Afrikameister (1)
    • Sieger: 2004
    • Finalist: 1965, 1996
  • Arabischer Nationenpokal (1)
    • Sieger: 1963
    • Finalist: 2021
  • Afrikanische Nationenmeisterschaft (1)
    • Sieger: 2011

Spiele gegen deutschsprachige Mannschaften

Bisher gab es keine Partie gegen Liechtenstein.

Erweiterter Kader

Stand: September 2023

Rekordspieler

(Stand: 18. November 2024)

Bekannte Spieler

  • Lassaad Abdelli (* 1960) – spielte Ende der 1980er-Jahre für Alemannia Aachen
  • Jawhar Mnari (* 1976) – bestritt 88 Spiele für den 1. FC Nürnberg
  • Ali Boumnijel (* 1966) – bei der Weltmeisterschaft 2006 der älteste Torwart
  • José Clayton (* 1974) – eingebürgerter Brasilianer
  • Mehdi Ben Slimane (* 1974) – spielte von 1997 bis 2001 bei Gladbach und Freiburg
  • Adel Sellimi (* 1972) – 108 Ligaspiele für den SC Freiburg
  • Zoubaier Baya (* 1971) – 114 Ligaspiele für den SC Freiburg

Bekannte Trainer

Seit 1956 wurde die tunesische Fußballnationalmannschaft von 28 unterschiedlichen Trainern, in insgesamt 33 Trainerperioden betreut. Erste Person auf diesem Posten war der Tunesier Rachid Turki. Bereits 1960 folgte mit Milan Kristić der erste ausländische Trainer. Bis heute wurde die Mannschaft von 15 ausländischen Fußballlehrern betreut. Einziger Deutscher in diesem Amt war Eckhard Krautzun, der 2001 kurzzeitig die Geschicke der Mannschaft betreute. Mit sechs Jahren am Stück, ist der Franzose Roger Lemerre Rekordhalter auf dieser Position. Die Tunesier Youssef Zouaoui und Ameur Hizem stand in zwei Amtszeiten dem tunesischen Verband zur Verfügung. Einzige Ausländer, die das Team öfters als einmal betreuten, waren der Kroate Radojica Radojičić sowie der Pole Antoni Piechniczek.

Siehe auch

  • Liste der Länderspiele der tunesischen Fußballnationalmannschaft
  • Tunesische Fußballnationalmannschaft (U-20-Männer)
  • Tunesische Fußballnationalmannschaft (U-17-Junioren)

Einzelnachweise

Weblinks

  • Offizielle Website
  • Spielresultate des tunesischen Verbandes

Tunesische Fußballnationalmannschaft/Weltmeisterschaften Wikipedia

Partnerschaft mit Fußballern aus Tunesien

Tunesische Fußballnationalmannschaft Formation Auf Dem Fußballplatz

[0+] Bilder Von Tunesien

Tunesische Nationalmannschaft B.Z. Berlin